Mittwoch, 23.05.2018 14:45 Uhr

Mittelgebirgskonferenz und Deutscher Landschaftspflegetag

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Schönbrunn, 16.05.2018, 15:18 Uhr
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Der Bleßberg an der Grenze der Landkreise Hildburghausen und Sonneberg
Der Bleßberg an der Grenze der Landkreise Hildburghausen und Sonneberg  Bild: K.-W. Fleißig

Schönbrunn [ENA] Eines der Hauptthemen auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Wald e. V. im Schönbrunner Rathaus war die im Masserberger Ortsteil Schnett stattfindende Mittelgebirgskonferenz sowie der Deutsche Landschaftspflegetag.

Beide Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Deutsche Mittelgebirge finden in der Woche vom 11. bis 15. Juni 2018 statt und bilden eine Einheit. Corinna Friedrich vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. DVL stellte den Mitgliedern und Gästen der Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Wald e.V. die beiden Projekte vor. Kernstück der beiden Projekte, so Corinna Friedrich, wird die Mittelgebirgskonferenz – „die Konferenz zur Zukunft der Deutschen Mittelgebirge vom Montag den 11.Juni bis Mittwoch den 13. Juni im Naturpark Thüringer Wald zur Stärkung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten“ – sein. Die Projektlaufzeit vom Januar 2018 bis März 2019 umfasst mehrere Phasen.

In der jetzigen Projektphase ist unter dem Motto „Unsere Mittelgebirge im Jahr 2030“ der „Entwurf eines gemeinsamen Leitbildes auf dem Weg zur Mittelgebirgsstrategie“ erarbeitet worden, das dann in Schnett verfeinert werden soll. Im Entwurf heißt es, dass die Mittelgebirgsregionen mit ihren Wäldern, Bergwiesen und Flüssen zu den wertvollsten Kulturlandschaften in Europa zählen. „In Deutschland erheben sich zwischen dem Norddeutschen Tiefland und dem Alpenvorland 44 Mittelgebirge mit einer absoluten Höhe zwischen 300 Meter und knapp 1500 Meter. Als dünn besiedelte naturnahe Räume haben sie einen hohen Erholungswert als Ausgleichsraum für vier Fünftel der Deutschen Bevölkerung, die in Städten lebt.

Dörfer und Städte, Infrastruktur, Gewerbe und Handwerk, Land- und Forstwirtschaft, die unter erschwerten Bedingungen wirtschaften, tragen gemeinsam zur Offenhaltung der Flächen und damit dem Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft Mittelgebirge bei.“ Allerdings ist die Herausforderung, in den Mittelgebirgen zu wirtschaften, enorm und „die Existenzaufgabe von landwirtschaftlichen Betrieben Realität. Der Rückzug der Landwirtschaft in den Mittelgebirgen und die darauffolgende Sukzession bedeutet ein Verlust der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft“. Der Entwurf eines gemeinsamen Leitbildes umfasst auf dem Weg der Mittelgebirge in das Jahr 2030 zehn Punkte.

Die Mittelgebirgsstrategie ist dabei eine Strategie zur Stärkung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten und die Mittelgebirgsregionen werden als Einheit von Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum betrachtet. Sie umfasst das genannte Leitbild „Unsere Mittelgebirge im Jahr 2030“ sowie Handlungsempfehlungen und Forderungen. Zu den Teilnehmenden der Mittelgebirgskonferenz gehören nach dem jetzigen Stand 60 Personen aus Verwaltung, Praxis, Wissenschaft und Vereinen, 20 Praktiker unterschiedlicher Regionen und mit verschiedenen Diversifizierungsstrategien und Vertretern aus mindestens zehn Mittelgebirgsregionen.

Der Deutsche Landschaftspflegetag

Der Deutsche Landschaftspflegetag findet vom Mittwoch den 13. Juni bis Freitag den 15. Juni unter dem Thema „Mittelgebirge stärken“ statt und wird vom 1. Vorsitzenden des DVL Josef Göppel eröffnet. Die Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz Anja Siegesmund wird an die Tagungsteilnehmer ein Grußwort richten und angefragt ist eine Rede der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Glöckner. Hier liegt allerdings noch keine Zusage vor. Das, in der Mittelgebirgskonferenz, präzisierte Leitbild soll anlässlich des Deutschen Landschaftspflegetages der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Florian Meusel, stellvertretender Vorsitzender des DVL und Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Wald, wird die Vorstellung der Ergebnisse vornehmen. Am Mittwochabend dann wird in der Festkirche St. Oswald zu Schnett durch den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow der Deutsche Landschaftspflegepreis verliehen. Am Donnerstagvormittag findet eine Mitgliederversammlung des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege mit Vorstandswahlen oder eine geführte Wanderung durch die Täler von Schönbrunn, einschließlich eines Treffens mit dem Bewirtschafter und Schäfermeister Martin Gessner, für Nichtmitglieder statt.

Der Nachmittag ist verschiedenen Fachforen vorbehalten und der Tag soll mit einer Jubiläumsfeier „Der DVL wird 25“ ausklingen. Am Freitag, dem letzten Tag des Deutschen Landschaftspflegetages 2018, stehen drei Exkursionen für die Teilnehmer zur Auswahl. Nach Schwäbisch Hall, Wiesbaden, Dresden und Regensburg in den vergangenen vier Jahren reiht sich nun Schnett in die Tagungsorte des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege ein.

Damit besteht eine gute Möglichkeit, den Teilnehmern unsere vielfältigen Thüringer Kulturlandschaften vor Augen zu führen. Egal, ob es die „Pflege des Grünen Bandes und die Hutelandschaft im Thüringer Grabfeld“, die Thüringer Rhön „Von den Magerrasen bis zum Rhöner Sternenhimmel“ oder die „Inwertsetzung und Heuvermarktung im Thüringer Wald“ ist – jede Region in Thüringen hat wirtschaftliche und kulturelle Besonderheiten. Diese können am Exkursionstag, dem letzten Tag des Deutschen Landschaftspflegetages 2018, erkundet werden

„Die Mittelgebirge gehören“, so der 1. Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege, „zu unseren artenreichsten Kulturlandschaften. Wir wollen sie als lebendige Lebensräume erhalten. Typisch für unsere Mittelgebirge sind Tourismus, regionale Produkte und eine starke Präsenz von Handwerk und Mittelstand. Eine aktive Landwirtschaft bleibt für alles die wichtigste Grundlage. Wir rücken deshalb Herausforderungen und Chancen für die Landbewirtschaftung der Mittelgebirge ins Zentrum unserer Fachdiskussion.“

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